Schulstart mit großen Hürden

Samstag, 16. Mai 2020, Melsunger Allgemeine / Lokales

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Auflagen der Landesregierung fordern die Schulleitungen

Kreisteil Melsungen – In der kommenden Woche öffnen die Schulen in Hessen wieder ihre Türen. Der Schulbetrieb für die Sekundarstufe
I und der Einführungsphase der Sekundarstufe II soll dann wiederaufgenommen werden. Das hat das Kultusministerium so entschieden. Allerdings gelten auch weiterhin strenge Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus, wie beispielsweise eine verkleinerte Klassenstärke. Das stellt die Schulleitungen, Schüler und Lehrer vor große organisatorische Herausforderungen. Wir haben bei den Schulen im Altkreis nachgefragt.

Guxhagen

An der Integrierten Gesamtschule Guxhagen (IGS) ist Schulleiter Jürgen Werner guter Hoffnung, dass ab kommender Woche alles glattgeht. „Wir haben ein gutes Konzept ausgearbeitet.“ Man müsse nun sehen, ob es in der Praxis gut funktioniere. Die Erstellung der Stundenpläne sei das Schwierigste und beschäftige seit Tagen eine Mitarbeiterin pausenlos. Durch die Vorgabe, dass maximal 15 17.5.2020  2/5 Kinder gleichzeitig in einem Klassenraum unterrichtet werden dürfen, verdoppele sich die Anzahl der benötigten Lehrerinnen und Lehrer, sagt Werner. Daher gibt es an der IGS ein Blocksystem, bei dem die Schüler nach Jahrgängen in Lerngruppen eingeteilt werden.

Die kleinen Klassen werden an maximal drei Tagen die Woche, abwechselnd, unterrichtet. Anders sei es personell nicht zu stemmen. Für die Tage, an denen die Schüler zuhause sind, gibt es Homeschooling-Aufgaben. Kommende Woche startet der Unterricht allerdings erst einmal „sanft“, wie Werner sagt. Für alle Jahrgänge, bis auf die Abschlussklassen, gibt es Klassenlehrerunterricht. „Wir müssen die Kinder erst einmal abholen, mit ihnen die Situation besprechen und sehen, welche Sorgen und Ängste sie haben. Das ist ja eine völlig veränderte Situation.“ Deswegen habe man sich für diesen sanften Einstieg entschieden. Wegen des Feiertages gibt es für jeden Jahrgang nur einen Präsenztag in der kommenden Woche. „Deswegen wird es dort erst einmal zu wenigen Problemen kommen“, sagt Werner.

Allerdings beginnen in der darauffolgenden Woche die Abschlussprüfungen. „Die Prüflinge bekommen einen extra Bereich zugeteilt, damit sie die nötige Ruhe haben.“ Die Infrastruktur der Schule biete „Gott sei Dank“ genug Platzkapazitäten.

Bis zum Anfang der Sommerferien sollen mit allen Schülern die Homeschooling-Aufgaben, die sie während der Schulschließung erledigt haben, vertieft und durchgesprochen worden sein. „Das ist unser Ziel“, sagt Werner. Die Eltern hätten zwar großartige Unterstützung geleistet, aber teils seien die Aufgaben „doch mit Fehlern behaftet“, sagt Werner. Man wolle die Schüler möglichst wieder alle auf ein Level bringen.